Medical Mission International unterstützt eine Klinik im Küstenort Zavora in Mosambik. Sie bietet rund um die Uhr Notfallversorgung sowie allgemeine medizinische und geburtshilfliche Betreuung für armutsbetroffene Familien in dieser abgelegenen Region.

Viele Patient:innen berichten, dass sie bis zu 80 Kilometer zurücklegen müssen, um die Klinik zu erreichen und medizinische Hilfe zu erhalten. Wer zu Fuß unterwegs ist – darunter auch Frauen in den Wehen – ist oft mehr als einen Tag lang unterwegs.

Nicht alle werdenden Mütter schaffen es rechtzeitig in die Klinik, und manche Babys kommen am Straßenrand zur Welt. Sobald das medizinische Team davon erfährt, werden Ärzt:innen zum Geburtsort entsandt.

Darüber hinaus unternimmt das Team regelmäßig Fahrten ins sogenannte Buschland, um Frauen zu helfen, die selbst nicht zur Klinik kommen können.

Bevor die Klinik eröffnet wurde, mussten die meisten Frauen in der Region ihre Kinder ohne medizinische Unterstützung zur Welt bringen.

Als Antwort auf diesen dringenden Bedarf stellte MMI die Anschubfinanzierung für den Bau einer Geburtenstation bereit und unterstützt seither auch den laufenden Betrieb. Dadurch kann die Klinik ihre medizinischen Leistungen kostenlos anbieten.

Das geburtshilfliche Angebot umfasst Schwangerschaftsvorsorge und -untersuchungen, Nachbetreuung, Entbindungen sowie die Begleitung der Patientinnen in der Genesungsphase.

Die Klinik bietet auch grundlegende Gesundheitsleistungen an – etwa die Behandlung von Malaria und anderen häufigen Erkrankungen. MMI stellt dem Ärzt:innen- und Pflegepersonal regelmäßig medizinische Verbrauchsmaterialien, Einwegartikel und Arzneimittel zur Verfügung. Dazu zählen auch Impfstoffe, augenärztliche Untersuchungen sowie Basisleistungen im Bereich der Zahnhygiene und -pflege.

Viele Patient:innen kommen auch zur Wundversorgung in die Klinik – meist wegen Verbrennungen oder Schnittverletzungen. Ein häufiger Auslöser sind Unfälle mit dem Katana, einem großen Messer, das die Einheimischen beispielsweise zum Öffnen von Kokosnüssen verwenden. Dabei kommt es oft zu tiefen Schnittwunden an Beinen, Händen und Füßen.

Auch Babys und Kleinkinder werden regelmäßig mit Verbrennungen behandelt. Da viele Familien im Freien über offenem Feuer am Boden kochen, kommt es besonders häufig zu solchen Verletzungen. Kinder spielen oder krabbeln in der Nähe des Feuers, während ihre Mütter das Essen zubereiten. In manchen Fällen geraten Kinder zu nah an die Flammen, und ihre Kleidung fängt Feuer. Ärzt:innen behandeln auch Verbrennungen und Verbrühungen durch heißes Wasser oder Essen.

„An manchen Tagen halte ich es kaum aus – es tut weh, sie zu sehen und ihre Wunden zu versorgen. Aber die Kinder sind unglaublich tapfer“, erzählt ein Arzt berührt.

Die Menschen in den Küstendörfern rund um die Klinik leben vor allem vom Fischfang und vom Anbau kleiner landwirtschaftlicher Erträge. Doch die Region ist stark von extremen Wetterbedingungen betroffen – langanhaltende Dürren führen immer wieder zu Ernteausfällen und damit zu chronischer Ernährungsunsicherheit. Besonders Kinder unter fünf Jahren sind häufig von Mangelernährung betroffen. Auch die Kindersterblichkeitsrate in Mosambik zählt zu den höchsten weltweit, während die durchschnittliche Lebenserwartung zu den niedrigsten gehört. Diese Zahlen spiegeln sich in der Bevölkerungsstruktur wider: Fast drei Viertel der Menschen in Mosambik sind jünger als 30 Jahre.

Die Klinik in Mosambik schenkt auch Hoffnung, indem sie vor Ort Arbeitsplätze schafft – etwa für Reinigungskräfte, Gärtner, Köch:innen, Übersetzer:innen, eine Hebamme, eine Krankenschwester und medizinische Assistent:innen.

„Medical Mission International ist dankbar für die Möglichkeit, Menschen in Not zu unterstützen, einen Beitrag zu leisten und gefährdete Kinder, Mütter und Familien in Regionen wie Zavora zu versorgen“, sagt Kendrick.